Mittwoch, 4. September 2013
Reflektionen eines Otters (im Meerwasser)
Zwei Wochen war ich fern des Internets, u.a. am Strand. Ich habe die Zeit zum Nachdenken benutzt, u.a. auch über diesen Blog.

Ursprünglich war dieser Blog einmal dazu gedacht gewesen, dass ich etwas übe, meine Gedanken sinnvoll aufzuschreiben. Irgendwann fing das an, einigen zu gefallen, die ihn mitlasen (und noch lesen). So etwas freut mich natürlich; es zeigt mir, dass ich mein Ziel zumindest einigermaßen erreiche.

Andererseits habe ich meinen Blog immer als digitale Erweiterung meines Wohnzimmers gesehen. Genauso wie ich von meinen Gästen bei mir zu Hause ein gewisses Mindestmaß an Benehmen erwarte, so tue ich das auch hier auf meinem Blog. Jahrelang hat das mehr oder weniger problemlos funktioniert. Eine Reihe von Leuten kam bei mir vorbei, hinterließ ihre Kommentare, die mich manchmal freuten, manchmal nicht, aber eigentlich fast immer dem Benehmen entsprechen, dass ich mir bei meinen Gästen wünsche.

Seit ein paar Wochen ist das anders. Anscheinend sind in der digitalen Nachbarschaft Menschen eingezogen, die sich einen Sport daraus machen, sich gezielt auf meinem Blog auf eine Weise zu benehmen, von der sie genau wissen, dass sie mir nicht gefällt. Das sind nicht nur ein paar wenige Ausnahmefälle sondern betrifft inzwischen viele dutzende Kommentare zu vielen Artikeln. Die hilfreichen, lustigen und fröhlichen Kommentare werden in einem atemberaubendem Tempo von Unsinn, Spam, gezielten Missvertändnissen1, und gezielten Beleidigungen überschwemmt und ganz allgemein meinen Blog mit einem öffentlichen Diskussionsforum verwechselt. Bitten, das zu unterlassen wurden ignoriert und mit hämischen Kommentaren versehen.

Als ich jetzt zwei Wochen weg war, hat das so überhand genommen, dass ich reagieren muss. Meine digitale Freunde haben sich bei mir beschwert, dass mein digitales Wohnzimmer nicht mehr ein Platz ist, in dem sie sich wohlfühlen. Ich verstehe das gut, denn derzeit fühle ich mich hier auch nicht wohl.

Leider macht mir die Technik des Blogs es nicht so einfach hier zu reagieren, wie ich gerne würde. Hier gibt es für Kommentare nur die "Alles-oder-Nichts"-Option. Entweder ich sperre alle Kommentare, oder ich muss alle zulassen und kann sie bloß nachträglich "zensieren". Nun hatte ich bereits einmal geäußert, dass ich mir weniges schlimmer vorstelle, als ständig hinter anderen herzurennen und auf Schritt und Tritt zu kontrollieren, was sie tun und sagen. Dazu habe ich weder Zeit noch Lust.

Das war mein Fehler, als ich gerade diese Stelle hier wählte um den Blog zu gründen. Nun muss ich halt mit den Folgen leben. Ich werde also bis auf weiteres die Kommentarfunktion zu den einzelnen Artikeln sperren, bis mir eine bessere Lösung einfällt. Falls irgend jemand da draußen einen konstruktiven Vorschlag hat, was man tun kann, dann teilt ihn mir bitte per E-Mail mit.

Ich weiß, dass das unfair ist gegenüber denen, die hier gerne hilfreiche Hinweise geben, aber leider sehe ich derzeit keinen anderen Ausweg. An dieser Stelle möchte ich insbesondere bibelstudent, c3po, alhewilei, netbat und eight danken (mit Sicherheit habe ich wieder einige vergessen; seid nicht beleidigt! Das liegt bloß an meinem schwachen Gedächtnis).

Trolle : Fischotter 1:0


Damit das ganze nicht so traurig endet, hier noch etwas aufmunterndes für die, die mich kennen und mögen.


1 Anscheinend gibt es Zeitgenossen, die gezielt Dinge anders verstehen, als sie gesagt wurden, und dann riesige Diskussionen entfachen, die damit beginnen, dass sie aus ihrem Missverständnis einen Vorwurf machen, und sobald man sie darüber aufgeklärt hat, den Punkt fallen lassen und zum nächsten Punkt übergehen, der genauso wenig sinnvoll ist, aber meinerseits für jede Antwort wertvolle Zeit verschlingt, die anscheinend überhaupt nicht geschätzt wird.

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